Wattenmeer

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – UNESCO-Weltnaturerbe

Auch in Mitteleuropa gibt es Wildnis: Das Wattenmeer ist weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Es ist das vogelreichste Gebiet Europas und Deutschlands bedeutendster Naturraum. Darin sieht man die außerordentliche Besonderheit und Einzigartigkeit dieses Gebietes.

Wattführungen und Wattenfahrten:

An der Nordsee werden täglich unzählige Wattführungen angeboten – auch direkt in Duhnen. In kleinen Gruppen geht man mit dem Wattführer hinaus. Es gibt verschiedenste Routen – zur Muschelbank, entlang der Schifffahrtsfront oder sogar zur Insel Neuwerk. Die Insel liegt ca. 10 km vor der Küste und ist bei Ebbe zu erreichen. Hier ist besonders wichtig, dass man eine geschulte Person dabei hat, die sich mit der Tide auskennt, da man einige Priele überqueren muss, in denen der Wasserstand schnell ansteigt und daher nur zu bestimmten Zeiten überquert werden sollten. Als Strandspaziergänger kann man Sie gut von der Küste aus sehen. Sie gehört zur Stadt Hamburg. Die Inselbevölkerung setzt sich aus ca. 40 Personen zusammen. Die Insel lässt sich nicht nur zu Fuß erreichen. Meistens nur einmal am Tag fährt ein Schiff rüber, das immer Touristen an Bord hat oder Sie fahren mit dem Wattwagen von Duhnen aus mit. Dies waren früher die Kutschen, die Post und Essen auf die Insel gebracht haben.

Ebbe und Flut:

Unter den Gezeiten oder den Tiden versteht man die periodische Wasserbewegung. So bezeichnet Ebbe das Tidehochwasser und Flut das Tideniedrigwasser an den Küsten der Ozeane.

Woher kommen die vielen kleinen Hügel auf dem Wattenboden?

Der Wattwurm ist das wohl bekannteste Lebwesen im Wattenmeer. Er wird bis zu 40cm lang und wird fast Fingerdick. Seine Färbung reicht von rosa über braun bis hin zu schwarz. Im Wattenmeer leben bis zu 50 Würmer pro Quadratmeter und bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten. Er ernährt sich hauptsächlich von “Sand und Schlick”,wo er die verwertbaren organischen Substanzen herausfiltert.

Riesige Eisschollen in Wintermonaten:

Von November bis März ist es an der Nordseeküste zwar kühler aber auch ruhiger. Die malerische Landschaft ist einzigartig. Sobald die Temperatur unter Null fällt, bilden sich Eisschollen auf dem wenigen Wasser in Strandnähe. Durch den ständigen Gezeitenwechsel von Ebbe und Flut und bei langandauerndem Frost türmen sie sich am Strand auf.

Robben:

Besonders bei Ebbe lassen sich von Ausflugsschiffen, die im Cuxhavener Hafen abfahren, die Kegelrobben beobachten. Ihr Fell ist sehr dunkel und auf dem Rücken trägen sie helle Flecken. Sie bekam ihren Namen auf Grund des eher kegelförmigen Kopfes. Im Gegensatz zu den Seehunden, die einen runden Kopf haben.

Kühle Wintermonate:

Sobald die Temperatur an der Nordsee unter Null fällt, bilden sich große Eisschollen auf dem Wasser. Durch den ständigen Gezeitenwechsel von Ebbe und Flut türmen sie sich aufeinander.

Vogelarten an der Nordsee:

Die Silbermöwe und Sturmmöve ist an der Nord- und Ostsee das ganze Jahr über zu bestaunen. Ganz besonders im Sommer stechen sie mit ihren schneeweißen Körpern heraus

Die Lachmöwe gehört zu den kleinen Möwen und ist häufig in Mittel- und Westeuropa, aber auch an der Nordsee anzutreffen. Ihr Winterkleid unterscheidet sich nicht viel von der Silbermöwe, jedoch sind ihre Beine und ihr Schnabel rötlich gefärbt. Im Sommer jedoch färbt sich ihr Kopf bräunlich und ist dadurch unverwechselbar.

Besonders bekannt ist auch der Austernfischer: Er ist durch seine schwarze Färbung an Kopf, Hals und Rücken kaum zu übersehen. Seine Beine sind rötlich, er hat einen langen rötlichen Schnabel und helle, rote Augen. Auf seiner Suche nach Nahrung watet er durchs Watt und stochert mit seinem harten Schnabel im Boden herum.

Krabben und Muscheln:

Die bekanntesten ihrer Art sind die Strandkrabbe und die Schwimmkrabbe: Mit einem gut gepanzerten und bräunlichen Rücken sind sie in großen Gruppen anzutreffen. Sie fressen Weichtiere wie Würmer, Schnecken und Muscheln sowie kleinere Krebstiere.

Das Watt ist auch die Heimat unzähliger Muschelarten. Sehr bekannt ist die Schwertmuschel: Sie besitzt eine sehr lange und schlanke Schale, die bis zu 20 cm lang werden können. Sie sind meist weißlich bis bräunlich gefärbt. Auch die essbare Herzmuschel taucht im Wattenmeer oft auf. Sie besitzt eine klassische Muschelform. Ihre Oberfläche ist stark gerippt und weißgelblich bis bräunlich. Sie ist für viele Tiere eine wichtige Nahrungsgrundlage. Ebenfalls häufig zu sehen ist die Miesmuschel. Sie sind meist schwarzgrau bis bräunlich und tragen innen eine deutliche Perlmuttschicht. Sie ist sehr bekannt für schmackhafte Nordsee-Gerichte. Außerdem kann sie sich sehr gut an Untergründen festhaften. Aber auch die Auster ist hier beheimatet. Ihre Schale ist unförmig und schichtartig aufgebaut und erinnern kaum an eine klassische Muschel. Anders als bei anderen Muscheln besitzt die Auster kein Gelenk sondern hält sich durch ihre starke Muskulatur zusammen.